Vereinsgründung
Im Herbst 1932 wurden die Schießsportfreunde Bensbergs zu einer Gründungsversammlung in das Hotel „SCHÖNE AUSSICHT“ in der Schloßstraße eingeladen. Etwa 25 Sportfreunde meldeten sich beim Einberufer dieser Versammlung, Dr. E. Luhn, als Mitglieder, und wählten folgenden Vorstand:
Vorsitzender: Dr. E. Luhn
Schriftführer: Ernst Bollmann
Kassierer: Josef Büttgen
Hauptschießleiter: Heinrich Geller
Der Verein wurde unter dem Namen:
Schützengilde „JAN WELLEM“ Bensberg
dem damaligen Reichsverband Deutscher Kleinkaliber Schützenverbände angegliedert. Bis
zur Herstellung eines Schießstandes wurde in Bergisch Gladbach geschossen und zwar als
Untergruppe Bergisch Land des gleichnamigen Vereins Bergisch Gladbach

Im Frühjahr 1933 wurde in einer Versammlung der Bau eines neuen Schießstandes mit 5 x 50 m Bahnen beschlossen und sofort in Angriff genommen. Das Restaurant „SCHÖNE AUSSICHT“ – heute Terrassenhang am Beginn der Gladbacherstraße – stellte ihren früheren Tennisplatz zur Verfügung und schon wurde gebuddelt. Die schlechte wirtschaftliche Lage der damaligen Zeit brachte eine starke Arbeitslosigkeit mit sich. Auch die Schützengilde hatte viele Arbeitslose in ihren Reihen. Aber gerade diese Schießsportfreunde erbauten den herrlichen Schießstand, natürlich unterstützt von den übrigen Mitgliedern.
Zur Einweihung des Schießstandes 1934 gab es die ersten schießsportlichen Wettkämpfe mit namhaften Kölner Vereinen, was zu einer Tradition, verbunden mit echten Freundschaften wurde. Und schon konnte Dr. E. Luhn 1935 die Gaumeisterschaft im Einzelkampf mit 161 Ringen in 15 Schuss auf die 12er Ringscheibe erringen.
Gustav Böhringer übernahm 1936 den Vorsitz der Schützengilde. Unter seiner Leitung wurden die Schießstände verbessert und ein Aufenthaltsraum angebaut. Alljährlich wurden Kreismeisterschaften des Verbandes Bergisch Land in Bensberg ausgetragen. Fünf Jahre hintereinander errang die Schützengilde die reismeisterschaft im Kleinkaliberschießen für Mannschaft und im Einzelkampf. Ein Wanderpreis – Bronze Hirsch auf Marmorsockel – gestiftet vom Bürgermeisteramt
Bensberg wurde drei Jahre hintereinander errungen und ging damit endgültig in den Besitz der Schützengilde über.
1938 fand ein Hirschfestschießen statt, bei welchem erstmalig statt Hirsche 30 Hasen ausgeschossen wurden.
Das war leider das letzte Hirschfest vor dem zweiten Weltkrieg.
Anlässlich einer Sportwoche 1939 in Bergisch Gladbach nahmen über 1000 Schützen an diesem Wettkampf teil, darunter auch einige Militärmannschaften. Ein wertvoller Bronze-Adler auf einem Marmorblock sitzend war der Preis für die beste Mannschaft im Kleinkaliberschießen. Die Schützengilde „JAN WELLEM“ wurde mit der Mannschaft:
Hubert Herkenrath, G. Böhringer, Dr. H. Böhringer, Fr. Hammerstein, Heinrich
Berghaus, Toni Neuhäuser, F. Schmidts, und Heinrich Geller
1.Sieger im Kleinkaliberschießen und 4.Sieger im Pistolenschießen.
Diese beiden Trophäen aus der Vorkriegszeit wurden leider 1972 aus unserem Aufenthaltsraum gestohlen. Der zweite Weltkrieg bedeutete, wie für so vieles andere, auch für die Schützengilde „JAN WELLEM“ das Ende. Gefallen, vermisst und verstorben sind folgende Kameraden:
Althoff, Wilhelm – Böhringer, Gustav
Büttgen, Josef – verst. – Dirkes, H. – verst.
Dohm, Josef – Geller, Heinrich
Herkenrath, Hubert – Kuhl, Max
Schättler, W. – Schlimbach, Toni
Schneiders, Helmut – Stork, Franz
Weißweiler, Hans – verst. – Wolf, Walter
Wir werden ihr Andenken immer in Ehren halten. Der Schießstand mit seinen 5 Bahnen wurde 1943 durch eine Luftmine völlig zerstört. Beim Einzug der Besatzungstruppen musste das restliche Vermögen der Schützengildeabgegeben werden. Die 6 Kleinkaliber-Büchsen und 1 Scheibenpistole wanderten in die USA.
Neuanfang
Einige Freunde des Schießsports, welche im zweiten Weltkrieg noch einmal davongekommen waren, erinnerten sich an die gute Kameradschaft und an esellschaftliche Freuden, welche früher in der Schützengilde herrschten und beschlossen, koste es was es wolle, wieder den Aufbau der Schützengilde. Heinrich Berghaus, Willi Weißweiler, Toni Neuheuser und Heinrich Geller waren diese Freunde des Schießsports.
Die Neugründung der Schützengilde fand 1953 im Hotel „ZUR ALTEN POST“ statt. Anwesend waren 15 Personen, sowie der damalige Vorsitzende des Rheinischen
Schützenbundes Herr T. Fellbusch, ein international bekannter Sportschütze.
In den Vorstand wurden gewählt:
1. Vorsitzender Hans Dietz
2. Vorsitzender Heinrich Geller
Schriftführer Willi Weißweiler
Kassierer Heinrich Berghaus
1. Hauptschießleiter Heinrich Geller
2. Hauptschießleiter Hans Heuser
Es wurde beschlossen, den früheren Schießstand der „Krieger Kameradschaft Bensberg“ auf dem Bockenberg wieder instand Zusetzen, da die Herstellung des zerstörten Schießstandes an der „SCHÖNEN AUSSICHT“ zu teuer geworden wäre. Mit der Schützengruppe der „Krieger Kameradschaft Bensberg“ war die Schützengilde schon immer in echter Freundschaft und Kameradschaft verbunden. Manche Wettkämpfe wurden mit dieser Schützengruppe ausgetragen und immer waren sie ein fairer und kampfstarker Gegner.
Die „Krieger Kameradschaft“ überließ der Schützengilde ihren Schießstand in kameradschaftlichem Einvernehmen. Mit dem Eigentümer des Schießstandes am Bockenberg, Herrn Josef Grothe, konnte ein Vertrag geschlossen werden der besagt, dass die Schützengilde den Schießstand am Bockenberg in eigener Regie wiederaufbaut, dafür keine Miete zahlt und das Recht hat, den Schießstand an andere Schießsportvereine zu vermieten.
Die Deckung des Schießstandes stürzte bei den Instandsetzungsarbeiten vollständig zusammen und musste neu aufgebaut werden. Lichtleitungen und Signalleitungen wurden neu angelegt, sowie drei Pritschen gebaut und aufgestellt. Auch drei Anzeigeuhren mussten neu hergestellt und eingemauert werden. Alle diese Arbeiten wurden zum größten Teil von den Mitgliedern selbst geleistet.
Am 21. Februar 1954 fand das erste Preisschießen auf einem provisorischen Luftgewehrstand innerhalb der Schützengilde statt. Dieses Schießen gab der Gilde Schwung und Auftrieb
Im Sommer 1954 wurde Vorsitzender Hans Dietz als Revierförster versetzt.
In einer darauffolgenden Versammlung wurde ein neuer Vorstand gewählt:
1. Vorsitzender Fritz Offermann
stellv. Vorsitzender Heinrich Geller
Schriftführer Willi Weißweiler
Kassierer Heinrich Berghaus
Hauptschießleiter Hans Heuser
Dabei wurde beschlossen, einen Luftgewehrstand mit 10 Bahnen zu bauen sowie zum ersten
Mal nach dem Krieg wieder das Hirschfest zu feiern, verbunden mit Wertpreisschießen und
Wettkämpfen im Einzel- und Mannschaftskampf.
Erstes Hirschfestschießen
Zum Hirschfestschießen – 30.10. – 7.11.1954 – mussten beide Schießstände fertiggestellt und ein Kleinkalibergewehr und ein Luftgewehr erworben werden.
Die Stadt Bensberg stiftete 2 Wanderpreise: einen für das Luftgewehrschießen und einen für das Kleinkaliberschießen. Ein Festbuch mit Geleitworten des Bürgermeisters Werheit und des Vorsitzenden Fritz Offermann sowie einem vollständigen Programm zum Hirschfest wurde herausgegeben.
Abordnungen einiger Schützenvereine der Stadt Bensberg, besonders St.Hubertus, Refrath halfen dieses erste Hirschfest nach dem Kriege zu verschönern.
Nach einer Begrüßungsansprache des 1. Vorsitzenden Fritz Offermann überreichte der Bezirksvorsitzende des Rheinischen Schützenbundes, Herr Güldt, eine silberne Ehrennadel an Heinrich Geller.
Anschließend nahm Bürgermeister Werheit die Weihe des Schießstandes vor, umrahmt von Liedern des Männer Gesangvereins Bensberg unter Leitung von Hans Oster. Die Wettkämpfe im Luftgewehr- und Kleinkalibergewehrschießen der Schützenvereine aus Bonn und Köln, aus dem Braunkohlenrevier und dem Oberbergischen Kreis zeigten guten Sport um die herrlichen Wert- und Wanderpreise. Die Schützengilde kämpfte tapfer mit und konnte trotz der guten auswärtigen Schützen einige beachtliche Plätze belegen.
Die Preisverteilung fand abends im Saal des Gasthauses Gieraths statt. Dieses Hirschfest wurde ein voller Erfolg sowohl für die Schützengilde wie auch für die
Stadt Bensberg.
So ging’s weiter
Im Sommer 1955 fand das erste Kreismeisterschaftsschießen nach dem Kriege wieder in Bensberg statt. Im Kleinkalibergewehrschießen errang die Schützengilde „JAN WELLEM“ die Kreismeisterschaft im Mannschafts- und im Einzelkampf, sowie beim Luftgewehrschießen im Mannschaftskampf. Eine zweite Kleinkaliberbüchse wurde erworben.
Beim Hirschfestschießen im Herbst 1955 wurden die beiden Wanderpreise der Stadt Bensberg wieder ausgeschossen und von denselben Vereinen zum 2. Mal gewonnen. Eine stattliche Anzahl sehr wertvoller Preise, welche von den Mitgliedern gestiftet wurden, (dafür dem 1. Vorsitzenden Fritz Offermann ganz besonderen Dank) waren hart umkämpft. Ungefähr 200 Schützen nahmen an diesem Schießen teil. Dank der guten Organisation des Hauptschießleiters Hans Heuser klappte alles wie am Schnürchen.
Das Jahr 1956 brachte der Schützengilde ein Problem. Das Kleinkaliberschießen drängte in den Vordergrund wodurch das Luftgewehrschießen leider erheblich nachließ. Neue Mitglieder, welche in der Hauptsache Kleinkaliber schießen wollten, waren hinzugekommen. Die drei Kleinkaliberstände waren dauernd besetzt. Trotz erhobenem Zeigefinger einiger älterer Mitglieder wurde beschlossen, den Kleinkaliberstand auf 5 Stände zu erweitern.
Mit Schwung und Elan wurde ans Werk gegangen und zunächst auch ganz Erhebliches geleistet. Ein Räumer (Traktor), welcher die Böschung 2 m seitlich abdrücken sollte, blieb im aufgeweichten Boden stecken und konnte dadurch seine Aufgabe nicht ganz lösen. Nun musste mit der Hand gearbeitet werden. Den Schützen wurde jedoch allmählich die Sonntagmorgen Arbeit auf dem Schießstand zuviel und so mussten bezahlte Kräfte eingesetzt werden. Die Kasse schmolz kärglich zusammen, Kleinkaliber konnte nicht mehr geschossen werden und eine Anzahl Mitglieder, besonders die zuletzt eingetretenen blieben
dem Schießstand fern. Auch das Hirschfestschießen 1956 konnte nicht abgehalten werden. In dieser Notlage erklärten sich einige Mitglieder bereit, monatlich einen besonderen Beitrag für die Fertigstellung der Schießanlage zu leisten. Hierdurch konnte nach einigen Monaten wieder weitergearbeitet werden. Und langsam ging die Arbeit wieder voran.
Das Jahr 1957 brachte im Anfang wieder etwas Freude in die Schützengilde. Das Mitglied Richard Herkenrath wurde Karnevalsprinz in Bensberg. Prinz Richard der Erste wurde mit einem großen Spruchband am Geschäftshaus Berghaus während des Karnevalszuges begrüßt.
Am 13. April 1957 fand eine Jahreshauptversammlung in der Gaststätte Grothe am Bockenberg statt. Fritz Offermann stellte sein Amt als 1. Vorsitzender zur Verfügung und die Neuwahl ergab folgenden Vorstand:
1. Vorsitzender Heinrich Berghaus
2. Vorsitzender Fritz Offermann
Schriftführer Willi Weißweiler
Kassierer Horst Müller
Hauptschießleiter Hans Althoff
Am 16. Juni 1957 wurden die Vereinsmeisterschaften, verbunden mit einem internen Preisschießen, auf behelfsmäßigem Schießstand im Luftgewehr- und Kleinkalibergewehrschießen ausgetragen. Die Preisverteilung fand auf der Terrasse der Gaststätte Grothe bei Kaffee und Kuchen statt.
Der neue Vorsitzende Heinrich Berghaus setzte alle Hebel in Bewegung zur Fertigstellung des Kleinkaliberstandes. Mit Ausdauer und Energie ging er an das schwierige Werk und brachte es fertig, zum Hirschfestschießen 1957 außer dem Kleinkaliberstand auch noch einen Pistolenstand zu erstellen.
Am 2. und 3. November 1957 wurde das dritte Hirschfestschießen nach dem Kriege abgehalten und zum ersten Mal mit einem Bürgerschießen verbunden. Die starke Beteiligung der auswärtigen Schützen an dieser Vorstand ab 1957 Veranstaltung beweist die Beliebtheit des Hirschfestschießens und gab der Schützengilde die Veranlassung, in diesem sportlichen Sinne weiter zu arbeiten.
Die Wanderpreise der Stadt Bensberg wurden zum dritten Mal ausgetragen und von Bürgermeister Dr. Müller-Frank an die Siegermannschaften überreicht.
Im Kleinkaliberschießen ging der Wanderpreis zum dritten Mal und damit endgültig in den Besitz der Vereinigten Kölner und Rodenkirchener Schützen mit 550 Ringen über. Im Luftgewehrschießen ging der Wanderpreis zum ersten Mal mit 557 Ringen an die Schützengilde Porz.
Auch um eine stattliche Anzahl schöner Preise wurde wieder gekämpft. Diese Preise wurden zum Teil von der Geschäftswelt in Bensberg und zum Teil von bewährten Mitgliedern unserer Schützengilde gestiftet und vom Vorsitzenden Heinrich Berghaus an die Sieger im Wertpreis- und Bürgerschießen verteilt.
25 Jahre Schützengilde „JAN WELLEM“ Bensberg
1958 nun bestand die Schützengilde 25 Jahre. Dieses Jubiläum sollte mit freudiger und würdiger Erinnerung begangen und der gefallenen und gestorbenen Schützenkameraden gedacht werden.
Auch die Gründer, sowie ehemalige Mitglieder und Freunde unserer Schützengilde wurden eingeladen um ihnen Verbundenheit und Dank auszudrücken.
Aus Anlass dieses Jubiläums sei ein Rückblick aus Bensbergs Schützenchronik gestattet.
In dem von Prof. P. Opladen verfassten Buch, „Die Geschichte der Pfarre Bensberg“, wird von einer Pfingstmontagsprozession im Jahre 1617 berichtet, an welcher die Schützen teilnahmen und das Ehrengeleit gaben. Es ist nicht mehr festzustellen, wann dieser Verein gegründet wurde und wie lange er bestanden hat.
Es war früher sehr schwierig in Bensberg einen Schützenverein ins Leben zu rufen und lebensfähig zu halten. Gegen die Bildung dieser Vereine waren die Besitzer des Jagdschlosses und des Königsforstes. Damals wurden alle Schützen für Wilderer gehalten, und wie die Chronik schreibt, nicht ganz zu unrecht.
Im 19. Jahrhundert war die Kadettenanstalt im Bensberger Schloss nicht mit der Bildung von Schützenvereinen einverstanden. Auch der damalige Oberförster Kettner, der als Zögling die Kadettenanstalt in Bensberg besucht hatte, war und blieb kein Freund der Schützenvereine.
Aber allen Widerständen zum Trotz, gründeten angesehene Bensberger und Moitzfelder Bürger im Jahre 1886 einen Schützenverein mit dem Namen „Schützengesellschaft Tell“. Eine Fahne wurde gleich bei der Gründung angeschafft und kostete damals 500 Mark.
Die damaligen Schützenvereine veranstalteten Schützenfeste und Königsbälle die teils im Saal und teils im Zelt abgehalten und mit viel Prunk gefeiert wurden. Im Jahre 1889 stürzte das auf dem Marktplatz aufgebaute Zelt – vermutlich durch Einwirkung von Saboteuren – zusammen.
Besonders festlich wurde das IV. Stiftungsfest am 18. Mai 1890 gefeiert. Böllerschüsse am Abend vorher kündigten das Fest an. Wie der Chronist schreibt zog ein Festzug durch Bensberg zum Schießplatz. Voraus einige Reiter, dann eine starke Musikkapelle und nun kamen die Schützen mit ihren grünen Trachten und bunten Fahnen, ein schönes Bild. Im Schützenzelt fand anschließend ein Festball statt. Der Präsident Karl Wessel brachte zum Schluss einen Toast auf den damaligen Kaiser Wilhelm den II. aus, der mit Begeisterung aufgenommen wurde.
Die Fahne dieser Schützen wurde wieder aufgefunden und ist seitdem im Besitz der Schützengilde „JAN WELLEM“ Bensberg. Die Fahne zeigt auf der einen Seite das Bildnis des Wilhelm Tell und auf der anderen Seite zwei gekreuzte Gewehre mit Scheibenringen in der Mitte und rechts einen Schützenhut. Die Schützengilde „JAN WELLEM“ wird diese Fahne weiterführen, um die Tradition der alten Bensberger Schützen zu wahren. Das Jubiläum wurde am 17. Mai 1958 mit einem Festprogramm im Hotel „STADT BENSBERG“ begangen.
Nach dem Begrüßungsmarsch begrüßte der Vorsitzende Heinrich Berghaus die Anwesenden und ehrte die Gefallenen und Verstorbenen.
Zum 25- Jährigen Bestehen der Schützengilde „JAN WELLEM“ stattete er im Namen des Vorstandes allen denen Dank ab, die in der wechselvollen Geschichte der Schützengilde dazu beigetragen haben, damit dieser Tag gefeiert werden konnte.
Er sagte weiter: Sein 25-jähriges Bestehen hat schon mancher Verein gefeiert, so dass es an sich kein besonderes Ereignis mehr ist. Bedeutungsvoll für die Schützengilde ist es deshalb, weil im Laufe der Geschichte Bensbergs schon mehrere Schützenvereine gegründet wurden die aber, sei es durch die Ungunst der Zeitumstände, oder aber durch die Mentalität der damaligen Bevölkerung und der Behörden, nur zu schnell wieder der Vergangenheit angehörten.
Wir sind stolz darauf „JAN WELLEM“ über Kriegs- und Nachkriegszeit herübergerettet zu haben in eine Zeit, die dem Sport allgemein und auch dem sportlichen Schießen besser gesonnen ist. Vor allen danken wir an dieser Stelle der Bensberger Stadtverwaltung, die es uns durch ihre Unterstützung ermöglichte, den Wiederaufbau unserer Sportanlage nach dem Krieg zu vollenden. Auch in Zukunft werden wir unserem Grundsatz treu bleiben, allen Mitbürgern, die im Schießsport Entspannung und Erholung suchen, dazu Gelegenheit zu bieten. Als einzige Bedingung für die Aufnahme in unsere Gemeinschaft fordern wir anständige Gesinnung und Kameradschaftlichkeit.
Die Schützengilde strebt nach oben
Das Jahr 1958 brachte den Abschluss der Aufbauphase. Am Bockenberg war eine Schießsportanlage mit 10 Luftgewehr- und 3 Kleinkalibergewehrbahnen entstanden. Die Anlage wurde von der Polizei überprüft und anerkannt.
Fleißig trainierten nunmehr 15 aktive Mitglieder.
Die Schützen Hans Büttgen, H. Weißweiler, Peter Meurer und H. Althoff erreichten für die Schützengilde erste Wettkampferfolge.
Die Presse berichtete im Februar und im Mai 1958 über die Rundenwettkämpfe gegen die Merheimer Schützen und die Kölner Freihandschützen.
An der Stadtsportwoche der Stadt Bensberg im Jahr 1959 nimmt die Schützengilde zum ersten Mal teil und führt dabei erstmals einen Wettkampf mit der Gebrauchspistole durch.
Bei der Landesmeisterschaft des Rheinischen Schützenbundes in Bad Kreuznach vollbringt die Altersmannschaft mit den Schützen H. Geller, H. Berghaus, W. Weißweiler, P. Meurer und T. Neuheuser Spitzenleistungen und erreicht den 3. Platz.
Inzwischen wuchs das Interesse am Pistolensport und auf der eigens hierfür einberufenen außerordentlichen Mitgliederversammlung am 29.10.1959 wird der Bau eines Pistolenschießstandes beschlossen. Er soll 200 m entfernt vom alten Schießstand in der Schlucht neben der kleinen Anliegerstraße entstehen.
Die Planung übernimmt Vereinsmitglied K. H. Heinicke. Mit im Bauausschuß sind H. Berghaus, W. Weißweiler und G. Sydow, dem neuen Schriftführer. Durch den abgeschlossenen Pachtvertrag mit dem Eigentümer und Vereinsmitglied Josef Grothe besteht für die Schützengilde die Möglichkeit, Staatszuschüsse zu erhalten. G. Sydow übernimmt die entsprechende Antragstellung bei Stadt, Kreis und Land. Außerdem verpflichtete sich jedes Mitglied, 10 Stunden Arbeitsleistung zu erbringen, oder dies durch Zahlung von DM 25, — abzugelten.
Für ihre Verdienste wurden die Altmitglieder H. Geller, F. Offermann und H. Heuser zu Ehrenmitgliedern ernannt.
Ein neuer Abschnitt beginnt
Eine positive Entwicklung des Vereins in der Breite wie in der Spitze bringt das Jahr 1960. Die ersten Wettkämpfe mit der Gebrauchspistole – trainiert auf einer abgezweigten Bahn vom KK-Stand – gegen die drei Vereine aus Köln, CKP, VKS und PSV sowie gegen Hunstig zeigen, dass die junge Mannschaft mit Hans Büttgen, Karl Grubert, Karl Heinz Heinicke, Willi Jordan und Hasso Tatter, Hans H. Weißweiler, mithalten kann.
Hier soll aber eine zum Bau gehörende Begebenheit nicht verschwiegen werden. In die Schlucht – unserer künftigen Schießbahn – ragte der Berg viel zu weit hinein. Die Böschung musste abgetragen werden. Eine Baufirma stellte uns hierzu einen Kleinbagger zur Verfügung – einen Fahrer fanden wir in unseren Reihen. Mit dem Untergrund in diesem alten Grubengelände hatten wir allerdings nicht gerechnet. Kaum war der Bagger in die Schlucht gefahren, sackte er auch schon tief ein. Mit Eifer und Elan und in mühevoller Handarbeit wurde der Bagger ausgegraben und die Böschung begradigt. Die Stimmung und der Zusammenhalt waren prächtig.
Neben der Bautätigkeit werden gute sportliche Ergebnisse erzielt.
Die KK-Mannschaft mit
Hans Büttgen, R. Brandherm, G. Meurer, G. Vitt,
H. H. Weißweiler, W. Weißweiler und F. Zelder
schaffen den Aufstieg in die Bezirksliga.
Günter Sydow baut eine Jugendmannschaft mit 15 Jungschützen auf von denen
K. J. Grothe, H. Heindl, H. Herkenrath
G. Kolzem, H. Müller, und F. Strasser
erste Plätze bei Kreis und Bezirksmeisterschaften belegen.
W. Weißweiler belegt bei der Landesmeisterschaft in der Altersklasse im Luftgewehr den 2. Platz und mit dem KK-Gewehr den 3. Platz.
Aus der ersten Mannschaft erreichen 5 Mitglieder die Qualifikation zur Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft in Wiesbaden.
Am 10.09.1960 wird dann der neue Pistolenschießstand im Beisein von Landrat Allmann und Vertretern des Stadt- und Kreissportbundes eingeweiht.
Für die am Aufbau geleisteten 100 Arbeitsstunden wird Mitglied K. Zerpitzki besonders geehrt.
Die Schützengilde auf Erfolgskurs
Inzwischen gehört die Schützengilde Jan Wellem zu den Spitzenmannschaften des Rheinischen Schützenbundes.
Das beweist das Jahr 1961. Der neue Schießstand ist der modernste im Kölner Raum und es wird hier die Landesmeisterschaft im Pistolenschießen ausgetragen.
Die Schützengilde konzentriert sich ganz besonders auf die Disziplin OSP – „Olympisch Schnellfeuer“.
Hans Büttgen errang sogleich den Titel „Landesmeister“ und nimmt an der Deutschen Meisterschaft teil. Hier erreicht er den 6. Platz als Einzelschütze.
Die Mannschaft Büttgen, Tatter, Zelder und H.H. Weißweiler belegt auf der Landesmeisterschaft den 5. Platz.
Gleichzeitig hat die erste Mannschaft in der Disziplin Gebrauchspistole den Aufstieg in die Landesliga geschafft. Die zweite Mannschaft schießt in der Bezirksklasse. Eine KK-Gewehr-, eine Luftgewehr- und eine Jugend-Luftgewehrmannschaft schießen ebenfalls in der Bezirksklasse.
Das Jahr 1960 war für den Verein ein wirklich stolzes Jahr. Hier hat sich gezeigt, dass durch gute Kameradschaft und durch Trainingsfleiß ein für die Trainingsqualität wichtiges Bauvorhaben beendet und enorme sportlichen Leistungen erreicht wurden.
Der immer größer werdende Verein – inzwischen waren es ca. 100 Mitglieder – machte eine Verbesserung der Vereinsverwaltung erforderlich. Die Vereinssatzung wurde 1962 auf einen zeitgemäßen Stand gebracht. Es wurde ein Eintrittsgeld von DM 50, — und ein Monatsbeitrag von DM 3, — für Schützen und DM 1, — für Jugendliche festgesetzt.
Mit diesen Mitteln konnte ein Verein damals geführt werden.
Aufgrund der steigenden Zahl der Mitglieder wurde am 17.11.1962 der Beschluss gefasst, den Luftgewehr- und den KK-Gewehrschießstand zu erneuern und damit zu vergrößern. Durch die Abbrucharbeiten werden die Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten für die Gewehrschützen stark eingeschränkt. Trotzdem werden die Positionen unserer Mannschaften in den Bezirksklassen gehalten. Erfolgreich bleibt die erste Mannschaft in der Disziplin Gebrauchspistole, die in Rückkämpfen hinter dem CKP und Hunstig den 3. Platz im RSB belegt.
Eine hervorragende Leistung erbrachte wieder Hans Büttgen in der Disziplin „OSP“. Bei der Ausscheidung zur Teilnahme an der Weltmeisterschaft verfehlte er nur ganz kapp einen Platz. Bei einem inoffiziellen Länderwettkampf gegen Japan erzielte er 583 von 600 Ringen und damit deutsche Jahresbestleistung.
Er gehört mit zum Aufgebot der Nationalmannschaft und fährt mit zur Europameisterschaft nach Stockholm.
Bei der Landesmeisterschaft wird er Zweiter und auch die Mannschaft kommt aufs Treppchen.
Neben der Disziplin „Olympisch Schnellfeuer“ kommen in der Disziplin „Gebrauchspistole“ W. Schäfers als Vierter und H. H. Weißweiler als Siebter und in der Disziplin „Scheibenpistole“ H. Schwetz als Fünfter von der Landesmeisterschaft zurück.
Durch den Umbau des Gewehrschießstandes zerfallen die KK- und Luftgewehrmannschaften, wobei der Zerfall der Jugendgruppe ganz besonders schmerzlich empfunden wurde.
Die Pistolenschützen können an das Jahr 1963 anknüpfen und 1964 wieder gute Erfolge erzielen. Von den Gewehrschützen wird nur W. Weißweiler im Dreistellungskampf bei der Landesmeisterschaft Vizemeister.
Hans Büttgen wird wieder Landesmeister und belegt bei der Deutschen Meisterschaft den vierten Platz. Die Mannschaft Büttgen, Schwetz, Zelder und Mehren wird Zweiter und eine Mannschaft mit Schwetz, Tatter, Heinicke und Hergesell wird Vierter im RSB, wobei Schwetz im Einzel den zweiten Platz belegte.
Nach vielen Mühen konnte 1965 der Schießstandbau abgeschlossen werden. Die Neueinweihung fand zur Kreissportwoche am 27.06.1965 statt. Vertreter von Stadt und Kreis sprachen ihre Anerkennung für die geleistete Arbeit aus.
Das Gewehrschießen konnte nun wieder aktiviert werden.
Die Pistolenschützen sind weiter auf Erfolgskurs. Bei der Landesmeisterschaft in der Disziplin „OSP“ wird Hans Büttgen Zweiter und die Mannschaft erringt den dritten Platz. Bei der Deutschen Meisterschaft wird Hans Büttgen Dritter und steigt zum Ersten Mal bei der Deutschen Meisterschaft aufs Treppchen. Er hat somit von Jahr zu Jahr seine Platzierung verbessert.
Bei den Rundenwettkämpfen erringt die Mannschaft „Gebrauchspistole“ gegen Hunstig mit 1132 von 1200 Ringen das beste Ergebnis seit Bestehen der Landesliga. Hans Büttgen wurde 1966 wieder einmal Vizelandesmeister gegen seinen dauernden Rivalen Erich Masurat vom Polizeisportverein Linnich. Die Mannschaft mit Büttgen, Schwetz, Zelder und Grzanna belegte hierbei den ersten Platz.
In der Disziplin Luftgewehr-Altersklasse errang Peter Meurer den zweiten Platz.
Der Umbau des Gewehrstandes wurde 1966 abgerechnet.
Es wurden DM 61.683, — in bar und DM 12.055, — anerkannte Eigenleistung der Mitglieder aufgewendet. Vom Land wurde ein Zuschuss von DM 35.000, –, vom Kreis DM 6.000, — und von der Stadt DM 8.000, — gewährt. Den Rest hatten die Mitglieder selbst aufgebracht. Eine Spende der Kyffhäuser Kameradschaft in Höhe von DM 1.000, — soll hier nicht verschwiegen werden.
Die Schützengilde weiter auf der Erfolgsleiter
Die folgenden 3 Jahre brachten weiteren Mitglieder-Zuwachs und weitere schöne Erfolge.
Bei den Bezirksmeisterschaften wurden Bezirksmeister:
Im Einzel der Seniorenklasse
Im Einzel der Altersklasse
K. H. Heinicke
mit der Luftpistole 264 Ringe
Im Einzel der Schützenklasse
Grzanna
mit der Luftpistole 272 Ringe
mit der freien Pistole 254 Ringe